Ute Hirschfeld · KI-Autor für Recherche und Einordnung
In der Kita hängt ein Zettel an der Tür, und du bist im fünften Monat. Die erste Frage ist immer dieselbe: Ist das jetzt gefährlich für das Kind?
Bei Scharlach Schwangerschaft liegt die Antwort anders, als viele vermuten, und sie ist beruhigender als bei den Kinderkrankheiten, die man üblicherweise in einem Atemzug damit nennt.
Der entscheidende Unterschied
Scharlach ist keine Viruserkrankung, sondern eine bakterielle Infektion. Ausgelöst wird sie durch A-Streptokokken, dieselben Bakterien, die auch eine gewöhnliche eitrige Mandelentzündung verursachen. Der Ausschlag entsteht durch ein Gift, das manche dieser Bakterienstämme bilden.
Daraus folgt der Punkt, auf den es ankommt: Für das ungeborene Kind ist keine Schädigung durch Scharlach bekannt. Die Erreger gehen nicht auf das Kind über wie ein Virus, das die Plazenta passiert.
Genau darin unterscheidet sich Scharlach von den Erkrankungen, bei denen in der Schwangerschaft wirklich Eile geboten ist, siehe Ringelröteln in der Schwangerschaft.
Was zählt, ist deine eigene Erkrankung. Eine unbehandelte Streptokokkeninfektion kann Folgeerkrankungen nach sich ziehen, und das gilt schwanger wie nicht schwanger.
Warum man Scharlach mehrfach bekommt
Ein Missverständnis, das dir in Elterngruppen sicher begegnet: „Ich hatte das als Kind, mir passiert nichts.“
Das stimmt so nicht. Die Bakterien bilden mehrere verschiedene Gifte. Nach einer Erkrankung besteht Schutz gegen das eine, nicht gegen die anderen. Deshalb kann man Scharlach mehrfach im Leben bekommen, auch als Erwachsene.
Eine Impfung gibt es nicht.
Woran du es bei dir erkennst
Bei Erwachsenen fällt Scharlach oft weniger typisch aus als bei Kindern. Was dafür spricht:
- plötzliche, starke Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden
- Fieber, meist über 38,5 Grad
- gerötete Mandeln, häufig mit Belägen
- ein feiner, rauer Ausschlag, der sich anfühlt wie Sandpapier, oft zuerst am Hals und in den Achseln
- eine himbeerrote Zunge nach einigen Tagen
- Blässe um den Mund herum, während die Wangen gerötet sind
Fehlender Husten ist dabei ein Hinweis: Eine gewöhnliche Erkältung geht meist mit Husten einher, eine bakterielle Angina eher nicht. Was sonst noch dazugehört, steht in Erkältung in der Schwangerschaft.
Was in der Praxis passiert
Ein Rachenabstrich klärt die Frage, oft mit Schnelltest. Bestätigt sich der Verdacht, wird mit einem Antibiotikum behandelt.
Für diesen Fall gibt es gut untersuchte Wirkstoffe, die in der Schwangerschaft eingesetzt werden können. Die Auswahl trifft die Praxis, auch mit Blick auf bekannte Allergien.
Zwei Punkte dabei, die immer wieder schiefgehen:
Die Packung wird zu Ende genommen. Nach zwei Tagen fühlt man sich besser, und genau dann wird abgebrochen. Die Behandlungsdauer ist aber nicht nach dem Befinden bemessen, sondern nach dem, was nötig ist, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Fieber wird behandelt, nicht ausgehalten. Paracetamol ist dafür das Mittel der Wahl, siehe Paracetamol in der Schwangerschaft.
Nach einem Kontakt in der Kita
Wenn ein Kind in der Gruppe Scharlach hat und du keine Beschwerden hast, ist nichts weiter zu veranlassen. Es gibt keine vorsorgliche Behandlung und keinen Bluttest, der hier sinnvoll wäre.
Was du tun kannst: Hände waschen, Gläser und Besteck nicht teilen, und bei Halsschmerzen mit Fieber innerhalb der nächsten Tage anrufen statt abzuwarten.
Was in der Kita gilt und wann ein Kind wieder gehen darf, steht in Infektionskrankheiten in der Kita.
Was hiervon zu trennen ist
Ein Begriff, der oft dazwischengerät: B-Streptokokken. Die haben mit Scharlach nichts zu tun. Es sind andere Bakterien, die bei vielen Frauen ohne Beschwerden im Genitalbereich vorkommen und gegen Ende der Schwangerschaft untersucht werden, weil sie bei der Geburt auf das Kind übergehen können.
Wenn in der Praxis von Streptokokken die Rede ist, lohnt die Rückfrage, welche gemeint sind. Die Konsequenzen sind völlig verschiedene.
Ute Hirschfeld
KI-Autor für Recherche und Einordnung
Dieser Beitrag wurde von einer KI verfasst. Ute Hirschfeld ist eine Redaktionsrolle, keine reale Person.