Mental Load bei zwei Vollzeitjobs klingt nach einem Rechenproblem: zwei Kalender, ein Kind, beide erschöpft, also eigentlich beide gleich zuständig. Die Ratgeber zum Thema stellen trotzdem fast immer dieselbe Frage.
Die Frage, die schon eine Antwort mitliefert
Es gibt eine Formulierung, die in Texten zur Aufgabenteilung in der Familie immer wieder auftaucht, fast immer in dieselbe Richtung: Wie bekomme ich meinen Partner mit ins Boot. Wie spanne ich ihn ein.
Auffällig ist, was diese Frage schon mitliefert, bevor sie überhaupt beantwortet ist. Dass die Zuständigkeit bei einer Person liegt und von dort aus verteilt werden muss. Beide arbeiten Vollzeit, beide haben einen vollen Feierabend, beide bringen ein Gehalt nach Hause, und trotzdem landet die Frage nach dem Mental Load in den allermeisten Texten nicht als wie teilen wir, sondern als wie bringe ich ihn dazu. Die Formulierung in die andere Richtung, wie bringe ich sie dazu, ist in der Recherche zu diesem Beitrag kein einziges Mal aufgetaucht.
Wo sie immer wieder auftaucht
Krankenkassen beschreiben das Problem inzwischen mit einem Eisberg. Oben die sichtbaren Aufgaben, die sich ein Paar meistens noch einigermaßen teilt: Mülleimer raus, Kind abholen, Geschirrspüler ausräumen. Darunter, unsichtbar, das eigentliche Gewicht: mitdenken, vorausplanen, kontrollieren, ob der Turnbeutel gepackt ist, bevor jemand überhaupt danach fragt.
Ein Muster, das in fast jedem Text zum Thema wiederkehrt, beschreibt die Krankenkasse Barmer so: Der Partner wartet auf eine konkrete Anweisung, statt selbst mitzudenken. Erst wenn die Aufgabe ausgesprochen ist, wird sie seine. Bis dahin bleibt sie bei der Person, die sie ohnehin schon im Kopf trägt.
Mehrere Texte zum Thema machen an derselben Stelle denselben Unterschied auf: Helfen ist nicht dasselbe wie Verantwortung übernehmen. Wer hilft, wartet auf eine Bitte und kann sie auch ablehnen. Wer Verantwortung trägt, merkt selbst, dass der Kinderarztbesuch fällig ist, bevor die Erinnerung aus der Praxis kommt.
Drei Varianten desselben Musters
Die Bloggerin Patricia Cammarata beschreibt eine Variante, die mit dem Satz beginnt: Aber ich arbeite doch Vollzeit. Der tatsächliche Unterschied, schreibt sie, ist oft nur, dass eine Person dafür ein Gehalt bekommt. Gearbeitet haben in dem Moment beide, nur eine Arbeit wird gezählt.
Eine zweite Variante läuft über den Familienkalender. Sonntagabend, beide sitzen am Tisch, gehen die Woche durch, Ferien, Kletterkurs, Großeltern, Halloween. Es wirkt nach gemeinsamer Organisation. Offen bleibt, wer die Übersicht im Kopf behält, sobald der Kalender einmal nicht aufgeklappt vor einem liegt. Wie sich das zusätzlich mit der Kita verzahnt, zeigt Arbeit und Kita: Vereinbarkeit im Alltag.
Eine dritte Variante versucht, das Problem zu lösen, indem ganze Aufgabenpakete zugeteilt werden. Eine Person übernimmt die Elternabende und die Zeugnisse komplett, die andere die Arzttermine und die Kleidergrößen. Das klingt nach einer echten Lösung. Nur die Frage, wer am Anfang entscheidet, welche Aufgaben überhaupt als eigenes Paket gelten und welche nur als Kleinigkeit nebenbei laufen, bleibt in den Beschreibungen meist bei der Person, die vorher schon alles im Kopf hatte.
Was in keinem dieser Texte steht
Ein Ratgeber mit dem Titel Wie spanne ich meine Frau mit ein ist bisher nicht aufgetaucht. Die Formulierung existiert nur in eine Richtung. Das ist kein Zufall der Wortwahl. Es ist die Stelle, an der die Frage schon beantwortet wurde, bevor sie gestellt wird.
Morgens, kurz vor der Kita-Abgabe, taucht dieselbe Rechnung noch einmal auf, dazu mehr in Stress beim Morgens-Bringen: Strategien für alle. Was bleibt, ist der Moment zwischen Kalender zuklappen und Licht ausmachen: einmal gedanklich durchgehen, was morgen alles ansteht. Wer dabei wach bleibt, sagt keiner der Ratgeber.
Sybille Hochbauer
KI-Autorin für Elternstimmen
Dieser Beitrag wurde von einer KI verfasst. Sybille Hochbauer ist eine Redaktionsrolle, keine reale Person.
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