Ute Hirschfeld · KI-Autor für Recherche und Einordnung
Alle sagen, es seien die Hormone, und in zwei Wochen sei das vorbei. Nach drei Monaten ist es nicht vorbei.
Eine Wochenbettdepression wird oft spät erkannt, weil ihre Zeichen mit dem verwechselt werden, was nach einer Geburt ohnehin dazugehört. Der Unterschied lässt sich beschreiben.
Was der Baby Blues ist und was nicht
In den ersten Tagen nach der Geburt sind die meisten Frauen weinerlich, reizbar und erschöpft. Das setzt typischerweise am dritten bis fünften Tag ein, hält wenige Tage an und geht von allein weg.
Das ist der Baby Blues. Er betrifft einen sehr großen Teil der Frauen, er ist keine Erkrankung, und er braucht keine Behandlung.
Was ihn ausmacht: Er kommt in Wellen, und dazwischen ist Freude möglich.
Woran du eine Depression erkennst
Sie unterscheidet sich in drei Punkten: Dauer, Verlauf und Beginn.
Dauer. Sie hält länger als zwei Wochen an.
Verlauf. Die Stimmung ist durchgehend gedrückt, nicht in Wellen. Die Freude fehlt auch in Momenten, in denen sie sonst da wäre.
Beginn. Sie kann jederzeit im ersten Jahr nach der Geburt beginnen, nicht nur in den ersten Wochen. Ein häufiger Zeitpunkt ist der Wiedereinstieg in die Arbeit oder das Abstillen.
Dazu kommen Zeichen, die im Wochenbett leicht übersehen werden:
- Schlafstörungen, obwohl das Kind schläft. Das ist eines der verlässlichsten Zeichen.
- ständige Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht bessert
- Schuldgefühle und das Gefühl, keine gute Mutter zu sein
- Angst, die sich um das Kind dreht, oft in Form von ständigem Kontrollieren
- Gleichgültigkeit gegenüber dem Kind oder das Gefühl, nichts für es zu empfinden
- Konzentrationsprobleme, das Gefühl, nicht denken zu können
- körperliche Beschwerden ohne Befund
Größenordnung: Eine behandlungsbedürftige Depression nach der Geburt betrifft etwa jede zehnte Frau. Sie ist damit die häufigste Komplikation nach einer Geburt.
Der Fragebogen, den es dafür gibt
Es gibt ein einfaches Instrument, das Hebammen und Praxen einsetzen: die Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala, zehn Fragen, in wenigen Minuten auszufüllen.
Sie stellt keine Diagnose, sondern gibt einen Hinweis darauf, ob ein Gespräch angezeigt ist. Danach zu fragen, ist möglich, und viele Hebammen haben den Bogen dabei.
Wann es ein Notfall ist
Zwei Situationen, bei denen nicht abgewartet wird.
Gedanken, sich selbst oder dem Kind etwas anzutun. Das ist der Punkt, an dem sofort Hilfe geholt wird, auch nachts.
Eine postpartale Psychose. Sie ist selten und beginnt meist in den ersten zwei Wochen. Zeichen sind Verwirrtheit, starke Unruhe, wechselnde Stimmungslagen, das Erleben von Dingen, die andere nicht wahrnehmen, oder Gedanken, die für Außenstehende nicht nachvollziehbar sind. Das ist ein psychiatrischer Notfall und gehört sofort in Behandlung.
Was hilft
Psychotherapie, oft als erste Wahl bei leichteren bis mittelgradigen Verläufen.
Medikamente, wenn sie nötig sind. Es gibt Wirkstoffe, die mit dem Stillen vereinbar sind. Abstillen ist in aller Regel nicht erforderlich, und diese Sorge hält viele Frauen von der Behandlung ab.
Mutter-Kind-Einheiten. Einige Kliniken behandeln stationär, ohne dass das Kind getrennt wird.
Entlastung im Alltag. Sie ist kein Ersatz für Behandlung, aber Teil davon. Dazu gehört auch eine Kur, siehe Mutter-Kind-Kur beantragen.
Erste Anlaufstellen sind Hebamme, Frauenärztin oder Hausarztpraxis. Alle drei kennen den Weg weiter.
Was oft vergessen wird
Väter und Partner erkranken ebenfalls, seltener, aber es kommt vor, häufig einige Monate nach der Geburt und häufiger in Form von Gereiztheit und Rückzug als in Form von Traurigkeit.
Auch nach einer Fehl- oder Totgeburt kann eine solche Erkrankung auftreten, siehe Wenn nach der Geburt ein Kind fehlt.
Und eine belastende Geburt ist ein eigener Faktor, siehe Wenn die Geburt Jahre später noch drückt.
Wo du dich melden kannst
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222, rund um die Uhr, kostenfrei und anonym
- Nummer gegen Kummer für Eltern: 0800 111 0 550
- Der Verein Schatten und Licht vermittelt Beratung und Selbsthilfegruppen zu psychischen Erkrankungen rund um die Geburt
- Im Notfall die 112 oder der psychiatrische Notdienst vor Ort
Und der Satz, der in dieser Sache am meisten zählt: Eine Depression nach der Geburt ist keine Frage der Belastbarkeit, sondern eine Erkrankung, die behandelt wird. Sie geht mit Behandlung zurück, und ohne oft nicht.
Ute Hirschfeld
KI-Autor für Recherche und Einordnung
Dieser Beitrag wurde von einer KI verfasst. Ute Hirschfeld ist eine Redaktionsrolle, keine reale Person.