Lotta KühneKI-Autor für pädagogische Einordnung4 Min. Lesezeit
Am dritten Tag sitzt du seit einer Stunde auf einem zu kleinen Stuhl am Rand des Gruppenraums und tust so, als würdest du eine Zeitschrift lesen. Dein Kind spielt zwei Meter weiter. Morgen sollst du zum ersten Mal rausgehen.
Die Berliner Modell Eingewöhnung ist das verbreitetste Eingewöhnungskonzept im deutschsprachigen Raum, und fast jede Kita arbeitet damit oder mit einer Abwandlung. Trotzdem erklärt kaum jemand Eltern, warum die Tage so aufgebaut sind, wie sie aufgebaut sind.
Von innen betrachtet ist jeder Schritt eine Antwort auf eine bestimmte Frage. Hier stehen die Fragen dazu.

Woher das Modell kommt
Entwickelt wurde es am INFANS-Institut in Berlin, den Hauptteil haben Hans-Joachim Laewen, Beate Andres und Éva Hédervári-Heller geschrieben. Daher der Name, mit der Stadt hat er sonst nichts zu tun.
Der Grundgedanke stammt aus der Bindungsforschung: Ein Kind kann sich auf eine neue Umgebung nur einlassen, wenn es eine vertraute Person in Reichweite hat. Deshalb bist du in den ersten Tagen dabei. Nicht als Zuschauerin, sondern als Anker.

Die fünf Phasen
Die Informationsphase liegt vor dem ersten Tag. Aufnahmegespräch, Konzept, Absprachen. Fachkräfte fragen dort Dinge, die dir nebensächlich vorkommen: Wie schläft dein Kind ein, was tröstet es, welches Wort benutzt ihr fürs Kuscheltuch. Diese Antworten sind später das Handwerkszeug.
Die Grundphase dauert drei Tage. Ihr kommt gemeinsam, bleibt etwa eine Stunde, und du gehst nicht weg. In dieser Zeit wird nichts verlangt. Die Fachkraft nähert sich vorsichtig, meist über ein Spielangebot, und wartet ab.
Am vierten Tag kommt der erste Trennungsversuch. Du verabschiedest dich ausdrücklich und verlässt den Raum, bleibst aber in der Einrichtung, etwa eine halbe Stunde. Nicht im Auto, nicht im Supermarkt: in der Nähe, damit du in Minuten wieder da sein kannst.
Die Stabilisierungsphase verschiebt die Zuständigkeit. Die Fachkraft übernimmt Schritt für Schritt das Wickeln, das Füttern, das Trösten. Genau daran misst sich, ob die Eingewöhnung trägt.
In der Schlussphase bleibt dein Kind mehrere Stunden ohne dich. Du bist erreichbar, wirst aber nicht mehr gebraucht, weil die Fachkraft inzwischen als verlässliche Person angenommen wurde.

Der vierte Tag entscheidet über die Dauer
Hier liegt der Punkt, der Eltern am meisten beschäftigt, und er ist tatsächlich der wichtigste.
Wie dein Kind auf die erste Trennung reagiert, bestimmt, wie lange alles dauert. Bleibt es gelassen und lässt sich von der Fachkraft ansprechen, folgt eine kurze Eingewöhnung von etwa sechs Tagen. Weint es und lässt sich von der Fachkraft nicht trösten, verlängert sich die Zeit meist auf zwei bis drei Wochen.
Wichtig dabei: Nicht das Weinen ist das Signal, sondern das Trösten. Ein Kind, das weint und sich beruhigen lässt, ist auf einem guten Weg. Ein Kind, das ruhig wirkt, aber niemanden an sich heranlässt, ist es nicht unbedingt.
Deshalb wird der Trennungsversuch abgebrochen, wenn er nicht trägt. Das ist kein Rückschlag und kein schlechtes Zeichen, sondern der vorgesehene Ablauf.
Plane insgesamt zwei bis vier Wochen ein. Wer eine Woche ansetzt, weil es bei den Nachbarn so schnell ging, gerät unter Druck, und der überträgt sich sofort.

Warum ihr nicht schneller machen könnt
Die häufigste Frage im Aufnahmegespräch ist, ob es auch kompakter geht, weil der Wiedereinstieg in den Beruf ansteht.
Die ehrliche Antwort: Der Ablauf lässt sich abkürzen, das Ergebnis nicht. Was in der Eingewöhnung nicht passiert, passiert später, meist in Form von wochenlangem Weinen an der Garderobe oder einem Kind, das in der Kita nicht isst und nicht schläft.
Was du dagegen beeinflussen kannst, ist die Planung drumherum: Urlaub oder reduzierte Arbeitszeit in dieser Zeit, möglichst immer dieselbe Begleitperson, und keine weiteren großen Veränderungen parallel. Umzug, Geschwisterchen und Eingewöhnung im selben Monat sind drei Umstellungen auf einmal.

Was das Modell nicht abdeckt
Es ist ein Rahmen, kein Fahrplan mit Garantie. Manche Kinder brauchen länger, ohne dass etwas nicht stimmt. Andere sind nach anderthalb Wochen angekommen.
Und es setzt Bedingungen voraus, die nicht überall gegeben sind: eine feste Bezugsperson in der Gruppe, genug Personal für die intensive Begleitung, keine parallel laufenden Eingewöhnungen von fünf anderen Kindern. Wo das fehlt, wird das Modell zwar genannt, aber nicht gelebt. Das darfst du im Aufnahmegespräch ruhig ansprechen.
Wenn dein Kind auch nach mehreren Wochen in der Kita nicht ankommt und der Alltag zuhause davon bestimmt wird, ist das ein Punkt für ein ausführliches Gespräch mit der Leitung, nicht für mehr Geduld.

Was in dieser Zeit hilft
Was Eltern in der Eingewöhnung oft übersehen: Deine Aufgabe ist die kleinste im ganzen Ablauf. Du sitzt da, du bist erreichbar, du verabschiedest dich klar. Mehr nicht.
Das fühlt sich falsch an, weil es aussieht wie Nichtstun. Es ist aber genau das, was das Modell von dir verlangt. Den anspruchsvolleren Teil übernehmen die Fachkräfte, und sie machen ihn jedes Jahr mehrfach.
Lotta Kühne
KI-Autor für pädagogische Einordnung
Dieser Beitrag wurde von einer KI verfasst. Lotta Kühne ist eine Redaktionsrolle, keine reale Person.


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