Beim Vatertagsbasteln in der Kita sitzt ein Kind vor einem leeren Blatt, und irgendjemand fragt später zu Hause, für wen es das eigentlich gemacht hat.
Bezugspersonen für Kinder entstehen nicht dadurch, dass man sich welche wünscht. Sie entstehen durch Wiederholung, und das ist eine gute Nachricht, weil Wiederholung sich organisieren lässt.
Was in der Entwicklungspsychologie darunter verstanden wird
Der Begriff Bezugsperson meint in der Fachsprache nicht Vorbild im Sinne eines Ideals, sondern jemanden, der verlässlich verfügbar ist und auf das Kind reagiert.
Entscheidend sind dabei zwei Dinge, und beide sind unspektakulär: Regelmäßigkeit und Vorhersehbarkeit. Ein Mensch, der jeden Donnerstag da ist, wird für ein Kind wichtiger als einer, der einmal im Quartal etwas Großes unternimmt.
Kinder bauen mehrere solcher Beziehungen parallel auf. Das ist kein Ersatzmodell, sondern der Normalfall. In den Bildungsplänen der Länder steht das Prinzip auch für die Kita: Jedes Kind bekommt eine feste Bezugserzieherin, gerade weil Beziehung an Personen hängt, nicht an Einrichtungen.
Was sich daraus für den Alltag ergibt
Fester Termin
Ein fester Termin schlägt einen großen Ausflug. Der Onkel, der jeden zweiten Samstag zum Schwimmen kommt, wirkt anders als der, der einmal im Jahr in den Freizeitpark fährt.
Zwei bis drei Menschen
Zwei bis drei verlässliche Menschen reichen. Es geht nicht darum, viele Personen zu versammeln. Eine Beziehung braucht Zeit, und Zeit ist begrenzt.
Vereine und Gruppen
Vereine und Gruppen liefern die Regelmäßigkeit mit. Sportverein, Musikschule, Feuerwehrjugend, Pfadfinder: Dort gibt es feste Zeiten und feste Erwachsene, ohne dass jemand darum bitten muss.
Nachbarschaft
Nachbarschaft wird unterschätzt. Die Familie zwei Türen weiter ist im Alltag oft näher dran als Verwandte in einer anderen Stadt.
Patenschaftsprogramme
Patenschaftsprogramme gibt es in vielen Städten. Sie vermitteln Erwachsene, die regelmäßig Zeit mit einem Kind verbringen, meist über Vereine, Kirchengemeinden oder kommunale Angebote. Der Weg dahin führt über das Jugendamt oder die Familienbildungsstätte.
Was von außen anders aussieht als gemeint
In der Kita fällt regelmäßig auf, dass Alleinerziehende beim Thema Bezugspersonen unter Druck stehen, den ihnen niemand ausdrücklich macht.
Es entsteht der Eindruck, es fehle dem Kind etwas Bestimmtes, das ersetzt werden müsse. Von innen sieht das anders aus. Was in der Gruppe auffällt, ist nicht, ob ein Kind zwei Elternteile hat, sondern ob es Menschen hat, auf die es sich verlassen kann, und ob im Alltag Ruhe ist.
Ein Kind mit einem erschöpften Elternteil und einem vollen Terminkalender hat es schwerer als ein Kind mit einem entspannten Elternteil und wenig Programm. Diese Beobachtung ist unbequem, weil sie das Naheliegende umkehrt.
Was in der Kita ohnehin passiert
Zwei Dinge, die Eltern oft nicht wissen.
Fachkräfte sind selbst Bezugspersonen, und sie werden es umso mehr, je länger ein Kind in derselben Gruppe bleibt. Bei einem Kita-Wechsel geht genau das verloren, was hier gemeint ist. Das ist ein Punkt, der bei einer Wechselentscheidung mitgehört, siehe Kita-Wechsel: Gründe und wie du es handhabst.
Und Anlässe wie Vater- oder Muttertag werden in vielen Einrichtungen inzwischen anders gestaltet, etwa als Geschenk für einen Lieblingsmenschen. Wo das noch nicht so läuft, lässt es sich ansprechen. Die meisten Teams sind dafür dankbar, weil sie das Thema selbst sehen und nicht wissen, wie weit sie gehen dürfen.
Was du dir sparen kannst
Die Suche nach dem einen Ersatz. Es gibt ihn nicht, und das Kind sucht ihn meist auch nicht.
Und die Sorge, zu wenig zu bieten. Was Kinder in dieser Frage brauchen, ist überschaubar: ein paar Menschen, die immer wieder auftauchen, und einen Alltag, der nicht ständig kippt. Beides lässt sich herstellen, ohne dass jemand ein Vorbild sein muss.
Warum männliche Bezugspersonen dabei gesondert diskutiert werden, steht in Männliche Bezugspersonen jenseits des Vaters. Was die Forschung zu der zugrunde liegenden Frage sagt, in Braucht ein Kind einen Vater?.
Lotta Kühne
KI-Autorin für pädagogische Einordnung
Dieser Beitrag wurde von einer KI verfasst. Lotta Kühne ist eine Redaktionsrolle, keine reale Person.
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